Lohnt sich Fair Trade Kaffee?

Kaffee ist längst keine seltene Köstlichkeit mehr, sondern ein alltägliches und nahezu überall verfügbares Produkt. Worüber sich viele Konsumenten keine Gedanken machen ist, unter welchen Bedingungen der geliebte Wachmacher von der Plantage bis in ihre/seine Tasse wandert.

Probleme zeigen sich früh

Es beginnt bereits unmittelbar nach der Kaffeeernte. Kleine Bauernfamilien, die außerhalb organisierter Kooperationen ihr Glück versuchen, sind auf sich allein gestellt. So müssen sie nicht nur die ständig wachsenden Landwirtschafts- und Haushaltskosten alleine stemmen, sie sind auch den Händlern vor Ort hoffnungslos ausgeliefert und von diesen abhängig. Generell wird die gesamte Kaffee-Lieferkette von wenigen großen und international agierenden Konzernen gesteuert. Hinzu kommt, dass diese Kleinbauern nur über eine winzige Anbaufläche verfügen und keine Chance auf Expansion haben. Daraus resultieren niedrige Ernteerträge. Nicht zuletzt spielt auch der globale Klimawandel eine Rolle. Durch die steigenden Temperaturen verbreiten sich Parasiten und Schädlinge viel schneller als früher, was besonders in Südamerika eine echte Herausforderung geworden ist.

Warum Fairtrade helfen kann

Ein oberstes Ziel der Bewegung ist es, auch für kleine Kaffeebauern faire Handels- und Arbeitsbedingungen zu etablieren. “Fair” bedeutet in diesem Fall, dass alle bei der Ernte und dem Handel beteiligten Parteien von ihrer Arbeit leben können. Konkrete Maßnahmen, um das zu ermöglichen, sind beispielsweise fixe Mindestpreise, die den Bauern garantiert zustehen. Damit sind sie nicht mehr so abhängig von Schwankungen im Weltmarkt für Kaffee. Außerdem erhalten die Produzenten aktive Unterstützung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dazu gehören Weiterbildungsangebote und die schrittweise Verhinderung von Kinderarbeit.

Fair Trade Kaffee


Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit ist Fairtrade eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlicher Kaffeeproduktion. Im Gegensatz zu dem, was viele Menschen mit dem Begriff verbinden, bedeutet Nachhaltigkeit eben mehr als nur Schutz der Umwelt. Vielmehr ist eine Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen angestrebt. Diese drei Punkte gelten übrigens als die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Von Fairtrade Produzenten wird erwartet, dass sie verantwortungsvoll mit de Ressource Wasser umgehen und nur wenig Abfall erzeugen. Auch der Einsatz erneuerbarer Energien ist unter ihnen weit verbreitet. Schadstoffe wie Pestizide sind strikt untersagt und Mitarbeiter sind dazu angehalten, zum Thema Nachhaltigkeit bestens Bescheid zu wissen. Hierfür gibt es gesonderte Schulungen.

Was Fairtrade bewegen kann

Weltweit arbeiten über 20 Millionen Menschen unmittelbar innerhalb der Kaffee-Lieferkette - sei es im Anbau, der Verarbeitung oder im Handel. Weitet man den Betrachtungsraum auf alle Personen aus, die durch Kaffee ihren Lebensunterhalt verdienen, sind es schon 125 Millionen Menschen. Da Kaffee vor allem für viele Entwicklungsländer ein wichtiges Exportprodukt darstellt, ist mit einem Rückgang kurzfristig nicht zu rechnen. Anhand dieser Zahlen sieht man, wie groß der globale Kaffemarkt wirklich ist. Gleichzeitig kann man ableiten, für wie viele Menschen man durch den Konsum von Fairtrade Kaffee die Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern kann. In Deutschland bieten mittlerweile unzählige Märkte und Coffeeshops überwiegend Fairtrade Kaffee an. Auch SIMON&BEARNS achten bei der Beschaffung ihres Kaffees darauf, dass niemand benachteiligt wird. Für die beiden Inhaber ist es selbstverständlich, zu helfen, wo und wie man kann. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf  schmecken Espresso und Filterkaffee dort nochmal besser.

 

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Tim Jaschke