Woher kommt Kaffee?

Fakt ist, dass Kaffee fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens ist. Für viele Menschen stellt der Konsum des schwarzen Heißgetränke die erste Handlung des Tages dar. Kaffee ist jedoch schon lange nicht mehr nur Energiespender für die arbeitende Gesellschaft. Er ist Mittelpunkt sozialer Gefüge, tagtäglich treffen sich unzählige Freunde, Geschäftspartner und Singles “auf einen Kaffee”. Durch die ständig fortschreitende Etablierung als Lifestyle Produkt sind eigene Cafés und Röstereien eine beliebte Form der Selbstverwirklichung geworden. Doch was sind die Ursprünge des neuen schwarzen Golds?

Alles begann in Äthiopien

Zur Geschichte von Kaffee kursieren viele Theorien, Mythen und leider auch Unwahrheiten. Historisch belegt ist jedoch, dass die Kaffeepflanze ihre Wurzeln im afrikanischen Äthiopien hat. In der Region Kaffa fand man die erste Erwähnung des Gewächs, datiert wird das Dokument auf das Jahr 900 nach Christus. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwar schon Socken, trotzdem ein respektables Alter. Schenkt man einer lokalen Legende Glauben, so wurde die Pflanze vom Hirten Kaldi entdeckt. Dessen Ziegen naschten nämlich eines Tages von den roten Kaffeekirschen. Als Folge dessen waren die TIere den restlichen Tag aufgedreht und unruhig. Ein Gefühl, dass viele von uns sicher nur zu gut kennen.

Kaffeebohnen


Zur damaligen Zeit unterschied sich die Zubereitung von Kaffee jedoch noch stark von der heutigen Herangehensweise. So trockneten die Äthiopier die Kaffeekirschen zunächst, im Anschluss wurden diese zusammen mit den Blättern der Pflanze mit heißen Wasser aufgekocht und verzehrt. Damit glich die Zubereitung einer guten Tasse Kaffee damals sehr derjenigen, die bei Tee bereits Gang und Gäbe war. Erst später sollte sich ein Verfahren etablieren, das dem heutigen gleicht.

Verbreitung im osmanischen Reich

Im Laufe des 16. Jahrhunderts eroberte Kaffee das osmanische Reich und die Metropole Istanbul, damals Konstantinopel genannt. Dort entstanden zu dieser Zeit die ersten Kaffeehäuser. Allerdings war das neuartige Heißgetränk zunächst noch wortwörtlich mit Vorsicht zu genießen. Ein damaliger Herrscher des osmanischen Reichs, Murad IV, war besonders schlecht auf Kaffee zu sprechen und ging dementsprechend hart gegen dessen Verbreitung vor. Während seiner Herrschaft war der Konsum verboten, Kaffeehäuser wurden zerstört und Konsumenten der verbotenen Flüssigkeit gnadenlos verfolgt.


Obwohl die Zubereitung von Kaffee ein gefährliches Unterfangen darstelle, verbesserten die Araber den Herstellungsprozess enorm. So wurden die rohen, trockenen Samen der Kaffeepflanze geröstet und gemahlen. Übrigens handelt es sich bei den Samen um die “Kaffeebohnen”, ein Begriff der heute weit verbreitet, aber biologisch gesehen nicht ganz korrekt ist. Damit glich das Verfahren zur Gewinnung von Kaffee bereits sehr der heute gängigen Methode.

Ankunft in Europa

Ausgerechnet ein Bayer ist für eine der ersten Überlieferungen über das im osmanischen Reich so umstrittene Heißgetränk in Europa verantwortlich. Wir haben dem Freistatt also quasi nicht nur Bier, sondern auch Kaffee zu verdanken. Ein Augsburger Mediziner dokumentierte seine im Jahr 1582 getätigte Reise durch den Orient, worin er dieses für ihn neue Getränk erwähnte. Viele andere Touristen gingen einen Schritt weiter und brachten Kaffee als Souvenir zurück in ihr Heimatland. Dort stieß die Neuheit auf großes Interesse. Metropolen wie London, Venedig und Paris waren die europäischen Vorreiter, was den Kaffeekonsum und die Etablierung von Kaffeehäusern angeht. In der deutschen Hauptstadt wurde die erste derartige Lokalität erst im Jahre 1721 eröffnet.

Kaffee bei Simon & Bearns


Heute gibt es unzählige Kaffeehäuser, auch wenn dieser Name mittlerweile abgelöst wurde. Man spricht aktuell von Cafés, Coffee Shops oder Röstereien. Auch in unserer Heimat, der Metropolregion spielt Kaffee eine große Rolle. Ein heißer Tipp ist beispielsweise SIMON & BEARNS in Dossenheim an der Bergstraße.

 

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Tim Jaschke