Kaffee-CO2

Plastik...

...ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Plastikprodukte erleichtern vieles, doch sie gefährden auch unsere Gesundheit und überhäufen unseren Planeten mit Müll. Plastikverpackungen sind leicht, bieten Schutz vor Nässe und machen Produkte länger haltbar.

Du isst im Durchschnitt 1 Kreditkarte an Mikroplastik pro Woche 

In den nächsten 6 Minuten geht es um

  • Kunststoffe: Vor- & Nachteile
  • Plastikmüll,
  • Bio-Plastik,
  • Mikroplastik und
  • darum, was wir zukünftig dagegen tun.

Wie bereits im BlogBeitrag Verpackungswahn erwähnt, waren wir auf der FachPack 2019 in Nürnberg. Dort haben wir gelernt, dass immer noch ein sehr großer Teil aller Produkte in Plastik verpackt wird. Vor allem in der Fashion Industrie ist es üblich, jedes Kleidungsstück einzeln in eine Polybag zu packen. Das sind Einwegartikel (für den Transport) und das erste, was man damit macht? Wegschmeißen!

"Alles nicht so schlimm, solang man das Plastik in die Tonne wirft, denn dort wird es ja wieder recycled." Leider Nein! Nur ein Bruchteil von ca. 16% des Plastiks, das du wegwirfst, wird tatsächlich in irgendeiner Form aufbereitet und zu einem Rezyklat verarbeitet.(1) Kartonage wird im Vergleich zu 93% recycelt und kann teilweise bis zu 20x wiederverwendet werden. Laut den Autoren des Plastikatlas 2019 lohne sich die Verarbeitung vieler Kunststoffe zu Rezyklat zum Wiederverwenden nicht.(2)

Die bekanntesten Kunststoffe

  1. Polyethylen (PE): z.B. für Getränkekästen, Eimer, Schüsseln. Polyethylen ist sehr schwer zu zerbrechen. Unter angepasster Form hat Polyethylen ideale filmbildende Eigenschaften und wird besonders für die Herstellung von Verpackungsfolien, CD’s oder auch Bücher genutzt.
  2. Polyethylenterephthalat (PET): z.B. für Plastikflaschen, Computer, Implantate. PET hat eine hohe Steifigkeit und ist sehr hart.
  3. Polyvinylchlorid (PVC): z.B. für Bodenbeläge und Abwasserrohre. PVC ist sehr beständig gegenüber aggressiven Säuren, ist hart und spröde.
  4. Polypropylen (PP): z.B. für Gaspedale, Toilettendeckel, Brillenetuis. PP ist ein sehr harter, belastbarer Kunststoff.
  5. Polystyrol (PS): z.B. für Dämmstoffe und Verpackungsmaterial. PS weist Feuchtigkeit ab und ist besser bekannt unter dem Namen Styropor.
  6. Polyurethan (PUR): z.B. für Textilfasern, Matratzen. PUR ist ein sehr elastischer Kunststoff, den man unter Zugabe weiterer Chemikalien beliebig variieren kann.
VorteileNachteile
FlexibelBasiert auf Erdöl
GünstigBrennbar
LeichtGesundheitsgefährdend
Elektrisch isolierendPlastikmüll
WärmedämmendNicht biologisch-abbaubar

    Wo landet Plastikmüll?

    Von 5,20 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden im Jahr 2017 nur ca. 0,81 Tonnen zu Rezyklat verarbeitet, welches zur Herstellung von Kunststoffprodukten verwendet wird. (1)

    Plastikmülls Beseitigung

    Kurzum, ein Großteil unseres Plastikmülls landet nicht da, wo er hingehört. Zum Beispiel ist der größte Müllstrudel, der Great Pacific Garbage Patch mittlerweile 4,5 mal so groß wie Deutschland.

    Die Kunststoffe, die im Meer landen sind langlebig, weil nicht biologisch abbaubar. So braucht eine Plastiktüte etwa 10-20 Jahre, bis sie sich vollständig zersetzt hat; bei einer Plastikflasche kann es bis zu 400 Jahre dauern, manches Plastik verrottet nie. (3)

      Aber "Bio"-Plastik ist doch super!?

      Nein! Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben den Ruf, umweltverträglich zu sein. Außerdem bauen sie sich schneller ab. So das Versprechen der Industrie. Ein genauerer Blick zeigt: Die Materialien schaffen neue Probleme. Kunststoff wird so produziert, dass er extrem widerstandsfähig ist, wodurch er wiederum fast nicht abbaubar ist!

      "Bio" ist nicht gleich "Bio". Nur weil "Bio" drauf steht, bedeutet das nicht, dass das Material auch umweltverträglich ist. Man unterscheidet zwischen bio-basierten Kunststoffen, die beispielsweise aus Mais oder Zuckerrohr bestehen (Hierfür werden die Pflanzen meist unter erheblichem Pestizideinsatz in Monokulturen angebaut). Und Bio-abbaubaren Kunststoffen, die sich nur bei bestimmten Bedingungen durch Mikroorganismen zersetzen und lediglich CO2 und Wasser hinterlassen.

      Doch die Realität sieht anders aus. Nach Prüfkriterien müssen die Kunststoffe nach zwölf Wochen bei 60 Grad zu 90 Prozent abgebaut sein. In den meisten Kompostieranlagen hat der Müll aber nur etwa vier Wochen Zeit zu verrotten. Eine Verlängerung dieses Prozesses ist in der Regel wirtschaftlich nicht sinnvoll.

      Also wird unter Energiezufuhr der Prozess des "Kompostierens" zu einem reinen Entsorgungs-Prozess gemacht. Das bedeutet, die "Bio"-Kunststoffe sind weder industriell, noch zuhause, im Boden oder im Meer kompostierbar. Somit landet der Großteil in der Verbrennungsanlage oder im Meer und wird zu Mikroplastik. (1)

      BioPlastik ist nicht abbaubar

      Wie genau entsteht jetzt Mikroplastik?

      Zum einen entsteht Mikroplastik aus größeren Plastikprodukten. Unter Einfluß von UV-Strahlung, Strömung und Abrieb beginnt eine allmähliche Zersetzung in winzige Plastikpartikel. Mikroplastik sind Plastikpartikel, die kleiner als 5mm sind. Das bedeutet, Mikroplastik entsteht bei der Zersetzung und dem Zerfall größerer Plastikteile in kleine Plastikteile.

      Zum anderen gelangt Mikroplastik durch das Waschen unserer Kleidung ins Wasser. Ein Großteil unserer Kleidungsstücke besteht aus synthetischen Materialien. Beim Waschen brechen die Kunststofffasern ab und gelangen so in unsere Umwelt und über die Nahrungskette in unserem Körper.

      Mikroplastik wurde bereits im Schnee der Arktis, im Regen, der über den Pyrenäen fällt und sogar in unserem Bier gefunden. Die Menge an Mikroplastik, die man sich pro Woche unbewusst zuführt, entspricht einer Kreditkarte X_X (4) (5)

      Plastikmüll Zyklus

      Was tun wir dagegen?

      Gründe genug, weshalb wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, zuerst jegliches Plastik, das wir für unsere Verpackung benutzen, zu eliminieren. Hierfür sind wir aktuell dabei eine Versandbox aus Grasfaser zu entwickeln. Unser Design-Team gibt der Verpackung noch den nötigen Feinschliff und schon bald gehören Polybags der Snocks-Vergangenheit an... YAAAY!

      Zusätzlich arbeiten wir daran, andere Produktverpackungen zu erproben. Hier wollen wir auf die Plastiktüten und Plastikclips, die unsere Produkte zusammenhalten verzichten.

      Solltest du dich schon mal gefragt haben, wieso unseren Paketen keine Rechnung, Rücksendeformulare etc. beiliegen - Das spart alles Materialien! Bei unserer geringen Retourenquote sparen wir hierdurch viel Rechnungspapier und Retourenetiketten, die meist auf Plastikfolie geklebt sind. Falls du doch ein Anliegen hast, hilft dir unser Support gerne weiter und versorgt dich mit den nötigen Unterlagen.

      Was ist mit den Snocks-Produkten?

      Die Box nachhaltig zu gestalten ist ja schön und gut. Aber was ist mit den Produkten selbst? Schließlich kann man ja nicht nackt auf der Straße herumlaufen, nur weil man kein Mikroplastik produzieren will!

      Wir haben zu jedem unserer Produkte die verwendeten Materialien unter "Details" für dich aufgeschrieben. Wir starten gerade mit ersten Nachforschungen für alternative und nachhaltigere Materialien. Konkret schauen wir uns Bio-Baumwolle, recycelte Materialien, Alternativen an und suchen nach geeigneten Herstellern.

      Eines haben jedoch alle gemeinsam: synthetische Materialien, also Plastikfasern. Denn diese weisen eine super Funktionalität auf und sind zudem noch billiger als Naturfasern. Aber bei jedem Waschgang tragen sie zur Umweltverschmutzung bei. Hierfür gibt es tatsächlich kaum getestete Alternativen, was unsere Suche erschwert. Aber wir bleiben dran! Stay tuned...

      Was kannst du dagegen tun?
      Unsere Empfehlung

      • Versuche weniger Plastikmüll zu erzeugen
      • Informiere dich über die Produktmaterialien
      • Schau dir mal an, was ein Guppyfriend Waschbeutel so alles kann!
      • Bestelle Produkte bewusst! Nutze unseren Größen Guide, um nicht die falsche Größe zu bestellen. Falls das doch vorkommt, schenke es einem Freund / einer Freundin, bevor du zum Retourenschein greifst ;) 

      #snockstainable

      Quellen:

      (1) https://www.boell.de/de/2019/05/14/plastikatlas?dimension1=ds_plastikatlas

      (2) https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019-06/recycling-plastikmuell-kunststoff-umweltverschmutzung-umweltschutz

      (3) https://www.basenbande.de/mikroplastik_plastikmuell_deutschen/

      (4) https://edition.cnn.com/2019/06/11/health/microplastics-ingestion-wwf-study-scn-intl/index.html

      (5) https://guppyfriend.com