Nachhaltigkeit im E-Commerce

Was können Onlinehändler tun, um den nachhaltigen Wandel mitzugehen?

Der Öko-Trend erreicht immer mehr Onlinehändler, die ihr Geschäftsmodell anpassen und sich dadurch einen Vorteil erhoffen. Betreiben die meisten nur Greenwashing oder erleben wir gerade die grüne (R)evolution?Menschen in den Industrieländern kaufen Jahr für Jahr immer mehr online ein, da Onlineshopping bequem und meistens sehr günstig ist. Die neusten Angebote sind nur einen Klick entfernt und wir unserem Konsumbedürfnis hemmungslos freien Lauf lassen. Bestellt ist schnell, geliefert ist schneller, und retourniert wird gefühlt noch schneller und kostenlos sowieso.


(Lesezeit ca. 5min)

Nachhaltigkeit wird zum individuellen Aspekt

Die großen politischen Umwelt-Themen wie saurer Regen, Ozonloch oder Atomkraft sind fast gänzlich aus der Medienlandschaft verschwunden. Heutzutage sind eher Themen wie „Fridays For Future“, der Müllstrudel im Pazifik oder das Mikroplastik in der Nahrungskette in aller Munde (wortwörtlich).
Jeder ist Teil des Umweltschutzes und nicht nur die Politiker müssen etwas tun. Vielmehr muss jeder mithelfen, Politiker, Unternehmen und jeder/jede einzelne muss mit anpacken. Diese etwas unbequeme Tatsache macht auch vor unseren Shopping-Gewohnheiten nicht mehr halt.

Unsere (Onlineshopping-)Welt stürzt in sich zusammen

Aspekte wie anfallender Verpackungsmüll, die Herstellungsbedingungen der bestellten Waren und Tier-unfreundliche Materialien geraten immer mehr in den Fokus der Verbraucher. Auch Transportwege und das damit ausgestoßene CO2 und andere Umweltfaktoren werden ins Bewusstsein der Kunden gerückt und gleichzeitig zunehmend kritisch hinterfragt. Die ansteigende Nachfrage nach Transparenz sorgt bei den Shoppern für immer mehr Bewusstsein.
Aktuell wird die große Retouren Rate angeprangert. 


Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom (2018) bestellt jeder zweite Onlinekäufer gelegentlich Waren im Internet mit der festen Absicht, diese wieder zurückzuschicken. Der Großteil aller zurückgeschickten Waren werden nicht erneut verkauft. Das Gegenteil ist der Fall, denn die fabrikneuen Retouren landen Jahr für Jahr direkt auf dem Müll und werden verbrannt, weil die Aufbereitung für die Händler schlichtweg nicht wirtschaftlich ist.

Mehr Verantwortungsbewusstsein beim Onlineshopping

Mehr und mehr Kunden achten bei Ihrem Einkauf darauf die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Laut einer Yougov-Umfrage im Auftrag von Trustedshops legen mittlerweile immerhin rund 60 Prozent der Deutschen großen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit bei Ihrem Online-Einkauf. Nur 29 Prozent der Befragten antworteten, sie wären beim Onlineshopping nicht an Nachhaltigkeit interessiert. 


Beim Thema Versand sprechen die Zahlen eine ähnlich deutliche Sprache. Rund 86 Prozent der Befragten bevorzugen eine ökologischere Liefermethode, wenn der Preis derselbe bleibt. Daher haben wir bei Snocks bereits auf DHL GoGreen umgestellt und verschicken unsere Pakete CO2-Neutral.
Ein nachhaltiges Image kann durchaus zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Das haben auch die Platzhirsche Amazon und Zalando gemerkt.

Amazon und Zalando setzten auf den Öko-Trend

Die beiden Branchenriesen setzen vermehrt auf das Thema Nachhaltigkeit und testen neue Konzepte. Amazon plant beispielsweise, bis zum Jahr 2030 rund 50 Prozent aller Pakete klimaneutral zu verschicken. Dafür sollen Maßnahmen wie Elektro-Lieferfahrzeuge, recycelbare Verpackungsmaterialien und erneuerbare Energien eingeführt werden. Zalando hingegen baut aktuell testweise eine Option in den Onlineshop mit ein, bei der die Kunden durch eine kleine Zusatzgebühr die anfallenden CO2-Emissionen kompensieren kann. 


In Skandinavien werden wiederverwendbare Verpackungen, sogenannte RePack Taschen, getestet und Umfragen geschaltet.Wir bei Snocks setzten neuerdings auf Grasfaser Boxen. Wir wollen weg von Plastikverpackungen und Polybags. Daher haben wir uns schlau gemacht und eine nachhaltige Innovation mit Thimm umgesetzt. Die Versandboxen bestehen zu 70 % aus Altpapier und 30 % Gras. Das spart Energie, Wasser und verursacht deutlich weniger CO2. Außerdem ist durch einen integrierten SecureLock Verschluss kein zusätzliches Klebeband notwendig, was die Recyclingfähigkeit steigert.

Klein und groß, alle packen mit an

Amazon, Zalando und Co. werden von kleineren Onlinehändlern als Vorbilder gesehen. Der Öko-Trend ist zu spüren. Auch bei kleineren Onlineshops sieht man gewisse Bewegung und die Branche befindet sich in einer kleinen grünen (R)evolution. Der konventionelle Onlinehandel wird zunehmend hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt. Das Bedürfnis nach Alternativen unter den Verbrauchern ist so groß wie nie zuvor. Das kann durchaus auch auf das zunehmende Bewusstsein und die mediale Transparenz zurückgeführt werden.

Verbraucher, Onlinehändler und Politiker sind gleichermaßen gefordert

Doch was bringen CO2-reduzierter Versand, umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und Co., wenn die Rücksendelust der Kunden solch immense Ausmaße beibehält und tonnenweise fabrikneue Retouren vernichtet werden, weil die Entsorgung die billigste Alternative ist?Jeder ist gefragt, wenn der E-Commerce dauerhaft grüner werden und sich dies auch für alle Beteiligten rechnen soll. 


Die Onlinehändler, die Verbraucher, aber auch die Politiker. Die Politik muss durch Gesetze dafür sorgen, dass beispielsweise die Vernichtung von fabrikneuer Ware schlichtweg verboten wird. Ein weiterer Ansatzpunkt wäre auch die laut diskutierte Abschaffung der kostenfreien Retourensendungen, da die Retourenrate vor allem im Bereich der Mode gigantisch ist.Hier versuchen wir mit unserem Größenguide für die perfekte Bestellung zu sorgen. Körpermaße eingeben und die perfekte Produktgröße erfahren und bestellen. Dadurch hoffen wir Retouren zu vermeiden und Kunden zu beglücken.

Nachhaltigkeit beginnt in deinem Kopf

Nicht zuletzt ist aber auch jeder Einzelne von uns gefordert, sein persönliches Denkmuster zu hinterfragen. Die mittlerweile antrainierte Mentalität „bestellen – ausprobieren – die Hälfte wieder kostenlos zurücksenden“ muss dringend wieder aus unseren Köpfen verschwinden. Denn die Nachfrage nach nachhaltiger Mode wirkt sich auch auf das Angebot aus und hat mehr Macht als man denkt.

If you want to change the world, start with yourself

Unsere Empfehlung

  • Informiere dich vorher über die Nachhaltigkeit der Marke, bei der du bestellen willst
  • Nutze den Größenguide, der auf jeder Produktseite zu finden ist
  • Buy less, buy better and make it last