Was genau ist eigentlich ein „Button-Down-Hemd“, was drückt es aus, wozu sollte man es tragen? Es zeichnet sich durch eine bestimmte Art des Hemdkragens aus. Nämlich durch einen solchen, der nicht verstärkt wird, etwa durch sogenannte „Kragenstäbchen“. Um dennoch kein unkontrolliertes Abstehen oder In-sich-Zusammenfallen zu riskieren, werden beide Seiten an den Brustteil mit Knöpfen fixiert.

Damit ergibt sich eine andere Optik als das Herrenhemd historisch betrachtet vorgegeben hat: Der förmliche, steife Charakter, welcher als unabdingbar zu den meisten Sakkos und Anzügen gilt, wird bewusst ad acta gelegt, wobei es allerdings kleine stilistische Einschränkungen und Bedingungen gibt. Man sollte zumindest einmal davon gehört haben um keinen Fauxpas zu begehen.


Kleine Vorgeschichte und Einsatz des Button-Down-Hemd

Man sagt den Ursprung dieser Hemd-Art dem Polo-Spiel zu: Beim Reiten sollen die flatternden Krägen kurzerhand zur Anbringung der Knöpfe geführt haben – that´s it. Aber die Herkunft aus dem Lebensbereich des Sportes deutet darauf hin, dass wirklich bei hochoffiziellen Anlässen darauf verzichtet werden sollte.

Als „Grundregel“ wird noch immer auch häufig auf die Kombination mit Sakkos und Krawatten verzichtet, jedenfalls in Europa. Das muss aber gar nicht sein, wenn man sich näher damit auseinandersetzt, wird das zum Trugschluss. Was etwa Gianni Agnelli, der bekannte Industrielle italienischer Herkunft, auch hier vorexerziert, muss nicht auf seine Person beschränkt bleiben.

Denn nur in Europa setzte sich die – noch – strikte Trennung von Button-Down und Krawatte durch, nicht so in den USA. Wer in Anlehnung an auch bei uns ausgestrahlte Serienhelden an diesem daher „amerikanischen“ Style Gefallen findet, braucht sich grundsätzlich nicht zu sorgen, mit der Krawatte zu kombinieren.

Die typischen Fragen nach Qualität beziehen sich auf Material und Verarbeitung, es gelten somit die Allgemeinfragen bei Hemden. Spezifisch sind nur die Frage des Stils, Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten.

Button Down Hemd


Krawatte und Button-Down-Hemd in USA Top, bei uns Flop - Wieso?

Vermutlich liegt es weniger an Tradition, weniger am Geschmack, sondern schlicht und einfach an Gewohnheit, warum man hier nicht gleich mitzog wie bei anderen Trends aus den USA. Im virtuellen englischsprachigen Raum ist es auch unschwer, Wortmeldungen bekannter Personen, Stilanleitungen und Interviews zum Thema zu finden. Doch wer macht sich schon diese ungewöhnliche Mühe?

So setzt sich Tim De Kay alias „FBI Agent Peter Burke“ in seiner Krimi-Serie bewusst mit Button Down in Szene, verkörpert seinen eigenen Charakter und setzt latente Zeichen. Er präsentiert den Träger – sehr wohl mit Schlips – als bodenständige, „hemdsärmelige“ Expression, der auch formal allen Anforderungen gerecht wird. Letztlich ist es eine kleine Revolution, die nicht zu unterschätzen ist.

Bei uns in Deutschland wird das Button-Down-Hemd so gar nicht in Szene gesetzt und geht daher eher unter. Ohne entsprechende Inspiration kommt man wohl auch nicht auf die Idee, sein Button-Down-Hemd mit einer Krawatte zu kombinieren. Aber wer weiß, was sich nach diesem Beitrag so alles ändert...