Verpackungswahn

Wir stellen uns die Frage, wie wir unseren Umwelteinfluss minimieren können. Deshalb machen wir uns Gedanken über viele Aspekte der Nachhaltigkeit, angefangen mit der Rohstoffgewinnung, der Herstellung unserer Produkte bis hin zur Versandverpackung.

Mit der Verpackung wollen wir anfangen. Heute informieren wir dich darüber:

  • Warum wir kein Plastik mehr nutzen möchten.
  • Welche Alternativen es gibt.
  • Welche Einflussfaktoren eine Rolle spielen
  • Welches Material wir zukünftig nutzen wollen
  • Was die nächsten Schritte sind

Lesezeit ca. 4min

Plastik und so

Die Diskussion rund um Plastik, Altpapier, recyceltes Material, plastikfrei, Glas,... findet kein Ende, aber ist dennoch super spannend. Laut einer Studie mit 7.000 Befragten, legen 77% Wert auf eine umweltfreundliche Verpackung und würden dafür auch mehr bezahlen (1).

Für uns ist das Thema interessant, da wir täglich viele Päckchen und Produkte versenden. Wir stellen deshalb alles infrage und fangen bei unserer Verpackung an.

Aus diesem Grund war Ich (Moritz) vergangene Woche auf der FachPack-Messe in Nürnberg und hab mich mal umgeschaut und mir viele coole Vorträge angehört. Was ich dort erfahren und gelernt habe, will ich heut mit dir teilen.

Zuerst ein paar Fakten
Allein in den letzten 10 Jahren gab es eine Steigerung von 40%. Wer jetzt denkt, das Plastikverpackungen doch wiederverwendet werden können nach einer artgerechten Entsorgung irrt.

Verschiedene Quellen schwanken zwischen 20% und 40% Recyclingquote in Deutschland, dem sogenannten Land der Recycling-Meister. (2) Der Rest landet in Verbrennungsöfen oder im Ausland. Papier- und Kartonverpackungen hingegen werden zu fast 83% wiederverwendet.(1) Außerdem wird jedes Plastikprodukt uns und viele weitere Generationen überleben.

Plastik benötigt 500 Jahre lang um abgebaut zu werden

Genug Zahlen!!!
Ich bin auf der Suche nach Alternativen und eine Antwort auf die Frage...

Welche Verpackung ist am nachhaltigsten und liefert nebenbei eine coole Unboxing Experience?

Es gibt per se nicht DIE eine nachhaltige Verpackung für alle Produkte. Denn es gibt viele verschiedene Influencer, die die Nachhaltigkeit beeinträchtigen. 

Wer hat Einfluss auf die Verpackung?
Eine hochwertige und nachhaltige Verpackung steht für Qualität und gewisse Werte. Im Mittelpunkt der Verpackung steht das Produkt, duh! Doch auch Konsumenten, Design, Gesetze, Schutz, Mindesthaltbarkeitsdatum, Abfall... haben ein Wörtchen mitzureden.

Für Tomatenmark ist der Tetrapack in der Herstellung und Wiederverwertung nachhaltiger, energieeffizienter und billiger als Glas. Für Butter wiederum ist eine Glasverpackung die nachhaltigere Variante, da eine Verpackung aus Altpapier verfettetet und anschließend nicht wieder in den Recyclingkreislauf eingeführt werden kann.*(3)

Wie grenzt sich eine nachhaltige Verpackung von einer konventionellen ab?

Genau genommen unterscheiden sich nachhaltige Verpackungen dadurch, dass sich deren ökologischer Fußabdruck mit der Zeit verringert. Dazu zählen nachwachsenden und recycelten Rohstoffen. Eine ressourcenschonende Produktion mit kurzen Lieferketten. Und die Müllvermeidung, hier ist der entscheidend, dass die Verpackung recyclingfähig (kompostierbar, biologisch abbaubar), wiederverwendbar oder upcyclebar ist.

Zusammengefasst ist also wichtig, dass die Verpackung für jedes Produkt individuell betrachtet wird. Es geht bei nachhaltigen Verpackungen ums „Design for Recycling“. Genau hier wollen wir etwas ändern und sind dabei auf Grasfaser-Verpackungen gestoßen.

Was wollen wir mit den neuen Erkenntnissen anfangen?

Wir wollen unsere Produkte in nachhaltigen und umweltfreundlichen Verpackungen verschicken, um den CO2-Footprint unserer Produkte zu senken. Denn aktuell verpacken wir all unsere Produkte in schwarzen Polybags (Plastik-Versandtaschen). Damit soll Schluss sein!

Das große Thema auf der Fachpack waren Verpackungen, die zu 70% aus Altpapier und 30% aus Grasfasern bestehen. Die Herstellung ist sparsamer hinsichtlich Wasser, Energie und Ressourcen. Mit dieser Alternative wollen wir ins Rennen gehen (mehr dazu im Blog-Beitrag nächste Woche)

Look at this

Prototyp unserer neuen Grasfaser Boxunser erster Grasfaser-Prototyp

Unser nächster Schritt

Mit dem Muster wollen wir weiterarbeiten und Zwei bis Drei unterschiedliche Größen entwickeln. Unser Team arbeitet bereits fleißig am Design. Außerdem erwarten Dich zukünftig ein paar kleine Überraschungen beim Unboxing. Freu dich also schon mal auf dein nächstes Paket :P

In einer Woche gibts dann mehr konkrete Infos und Fakten zum Thema Grasfaser und ein Update vom Prototypen.

Mein Fazit:
Komplett plastikfrei ist nicht für alle Produkte unbedingt von Vorteil und nachhaltig. Durch bewusstes Konsumieren und Wiederverwenden kannst du deinen Verpackungsmüll bereits um 2/3 reduzieren.

Unsere Empfehlung

  • Wenn möglich verpackungsfrei einkaufen, zum Beispiel bei Unverpackt-Läden oder auf dem Wochenmarkt (regional ist sowieso cooler)
  • Versuche mehr Dinge wiederzuverwenden
  • „Plastikfolien zu zählen, hat viel weniger Einfluss auf deine Ökobilanz als beispielsweise den Fleischkonsum zu reduzieren“, sagt Frau Yvonne Zwick

#snockstainable

Quellen:

(1) https://www.procarton.com/wp-content/uploads/2018/10/STM101-Pro-Carton-Brochure-DE.pdf
(2) https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/plastikmuell-nur-16-prozent-werden-in-deutschland-wiederverwendet-a-1271125.html
(3) https://www.sueddeutsche.de/leben/nachhaltigkeit-im-supermarkt-wie-boese-ist-die-plastikverpackung-1.2892418